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Reisebericht
Kolumbien (21.9.2011 - 18.10.2011)


Am 21.9.2011 schaffe ich es endlich aus Ecuador wegzukommen. Ich konnte mich einfach nicht von Mindo trennen und starte somit mit einer Woche Verspätung. Um etwas Zeit aufzuholen ging es gleich per Flugzeug direkt von Quito nach Cartagena die größte Stadt an der kolumbianischen Karibikküste. Am Abend dort angekommen empfängt mich gleich einmal die karibische Hitze. Ist doch eine ordentliche Umstellung von dem kühlen Klima in Quito und Umgebung. Aber gut hinein in die Stadt und ab ins Hotel.
Cartagena als die größte und wichtigste Handelsstadt der Spanier an der Karibikküste wurde im Lauf der Jahrhunderte von vielen schweren Überfällen und Angriffen heimgesucht. Dadurch entstanden eine Vielzahl mächtiger Befestigungsanlagen von denen die meisten noch sehr gut erhalten sind und heute die Altstadt und auch die restlichen Umgebung prägen. Ich habe einen Tag in der Stadt verbracht und einige dieser Befestigungsanlagen besucht. Es gibt hier die Möglichkeit eine Stadtrundfahrt mit alten Trucks mit Holzaufbau zu machen, und genau mit einem solchen wollte ich starten als am Nachmittag ein Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen über Cartagena hinwegzog. Dieses Gewitter löste eine Art Meuterei im Bus aus und die einzige Lösung war alle Meuternden wieder in ihre Hotels zurück zu bringen.Nach diesem ganzen hin und her ging es mit 2 Stunden Verspätung durch die überfluteten Strassen Cartagenas. Dabei hatten wir in unserem doch sehr hohen Bus-Truck definitive einenVorteil, nur Scheibenwischer wären bei diesem Wetter definitive auch noch vom Vorteil gewesen, aber unser Fahrer hat es auch ohne geschafft uns mehr oder weniger sicher zum ersten Stop zubringen. Dank der Verspätung wie wir durch die Meuterei der Teilnehmer hatten, hat es in zwischen auch schon wieder aufgehört zu regnen und wir hatten einen genialen Ausblick auf die Altstadt von Catagena in einer dramatischen Lichtstimmung sehr genial.

Meine weitere Reise führte mich entlang der Küste Richtung Osten nach Taganga dem Surfer und Taucher Hotspot. Taganga ist der Ausganspunkt für alle Touren in die Sierra Nevada in der die Ciudad Perdida liegt mein nächsten Ziel.

Am Nachmittag noch die Tour gebucht geht es auch schon am nächsten Tag um 8 Uhr morgens los. Unsere Gruppe besteht nur aus 5 Teilnehmern, doch bis die alle eingesammelt sind vergeht einige Zeit. Dann noch die üblichen Stops um dies und das noch aufzuladen, zu organisieren oder einfach nur zum Tanken und die Zeit läuft dahin. Schlussendlich kommen wir nach 3 Stundenfahrt um 13 Uhr in unserem Ausgangsdorf Mamey mitten im bergigen Dschungel der Sierra Nevada an.Die aufziehenden Gewitterwolken lassen schon böses erahnen, trotzdem werden unsere Packesel beladen, und gegessen und dann geht es auch schon los. Weit kommen wir nicht, den der starke Regen weiter oben in den Bergen hat den Fluss den wir 3 mal queren müssten unpassierbar gemacht, starke Strömung und ein Wasserstand von fast 1 m machen eine Querung undenkbar. Unser Guide hat noch einen anderen Plan und wir schlagen uns durch das Dickicht um uns zumindest 2 Querungen zu ersparen und unser Glück bei der 3. Zu versuchen. Inzwischen hat uns auch das Gewitter eingeholt und bricht voll los. Wir sind binnen kürzester Zeit komplett nass und diese Nässe wird uns auf unseren ganzen restlichen Reise begleiten, den hier bei der hohen Luftfeuchtigkeit trocknet gar nichts. In diesem Gewitter ist an eine Querung nicht zu denken. Also wieder zurück zum Start. Nach dem wir uns trocken gelegt haben tätigen wir die beste Investition dieser Tour, wir kaufen uns Spielkarten im Ort!
Nach einer Nacht in der Hängematte geht es beim ersten Hähnekrähen los. Bei so vielen Hähnen in dem Ort ist an ein Weiterschlafen sowieso nicht mehr zu denken und die Angst vor einem neuerlichen Gewitter am Nachmittag und dementsprechen hohe Flusspegel lässt uns aufbrechen. Was am Vortag noch ein reißender Fluss war ist plötzlich nur noch ein knietiefes Gerinne. Teilweise führt der Weg steil bergauf und bergab durch den schwülen heißen Dschungel. Um das gestern versäumte aufzuholen geht es heute 2 Etappen weit, d.h. 6 Stunden lang bis zum Camp 2. Der Schweiß rinnt in strömen und bald merkt keiner mehr dass das Gewand von gestern eigentlich noch in der Früh beim anziehen komplett nass war aber die Landschaft ist unglaublich beeindruckend und so vergeht die Zeit sehr schnell. Auch einige Badestops an wunderschönen Wasserfällen sorgen für eine willkommene Erfrischung. Meist ist es das einfachste gleich samt dem gesamten Gewand hineinzuspringen, den es macht keinen Unterschied . Kurz vor Camp 2 für der Weg noch an einem Kogi-Dorf vorbei. Die Kogis sind eines von 2 Völkern die in dieser Bergregion leben. Sie leben komplett zurückgezogen mit sehr wenig Kontakt nach Aussen, was auch von den Tourguides sehr respektiert wir und ein Kontakt mit Ihnen kommt nur auf eine Initiative von Ihrer Seite zustande. Obwohl es erst in den letzten ca. 3 Jahren für Touristen wieder möglich und sicher ist die Ciudad Perdida zu besuchen sind die Camps entlang des Weges fast schon komfortabel eingerichtet. Es gibt Hängematten oder matratzenlager ähnliche Unterkünfte mit Moskitonetz und auch das Essen (welches immer vom Guide und dessen Gehilfen gekocht wird) ist reichhaltig und lecker. Frueher gab es große Sicherheitsprobleme mit Guerillas und Paramilitaers in der Gegend da es in dieser unzugänglichen Berggegend großflächigen Kokaanbau.
Am 3. Tag kommen wir dann am Vormittag in das letzte Lager unterhalb der Ciudad Perdida. Aufgrund eines speziellen Zeitplans unserer Gruppe besichtigen wir die Anlage noch am Nachmittag und haben diese somit ganz für uns alleine.. Die Anlage selbst, die noch eine Stunde Marsch nach dem 3. Lager liegt, ist sehr beeindruckend aber noch viel mehr beeindruckt die Landschaft in der sie liegt. Unzählige Terrassen reihen sich aneinander und sind teilweise mit großen Stiegenanlagen verbunden. Nach einer langen Besichtigungsrunde und einem kurzen Bad in einem nahe gelegen Wasserfall geht es wieder zurück. An nächsten Tag beginnt der Rückmarsch und es geht 2 Tage lang wieder die selbe Strecke zurück die wir gekommen sind.

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Nach einem Tag Pause in Taganga den ich mir mit 2 Tauchgängen im karibischen Meer vertrieben habe ging es dann mit Maria, einer Schweitzer Bekannten aus der Ciudad Perdida Gruppe, hinauf auf den nördlichsten Punkt Südamerikas, auf die Halbinsel La Guajira im kolumbianisch-venezuelanischen Grenzgebiet.
Diese Halbinsel wird von den Wayhuus bewohnt, und besticht durch ihre unglaubliche Landschaft, einerseits dass blau-grüne karibische Meer, und auf der anderen Seite, rote Sandwüste mit Kakteenlandschaft. Dazwischen stehen ein paar Wayhuu-Hütten und das was. Auch der Weg hinauf in den Norden stellte sich als halb so wild heraus, ein paar Stunden Jeepfahren auf staubigen Sandstrasse, 3 Stunden Bootfahren in einem kleinen einmotorigen Booterl mitten am Meer und man ist auch schon in Punto Gallinas wo immer ein paar Hängematten auf die paar wenigen Touristen warten die den Weg auf sich nehmen. Nach 3 Tagen an denen wir die Halbinsel erkundet haben und Reis mit Spiegelei zum Mittag- und Abendessen gegessen haben, ging es zurück nach Riohacha wo sich unsere Wege wieder getrennt haben. Für mich geht es jetzt schön langsam Richtung Süden nach Bogota von wo ich in den Amazonas fliegen werde.

2 Stops am Weg in Barichara und Villa de Leyva, brachten mir eine willkommene Unterbrechung auf der sonst mehr als 18 stündigen Busfahrt nach Bogota. Nach der karibischen Hitze hatte mich das kühle Andenklima wieder, und diese 2 verschlafenen, friedlichen Ortschaften mitten in dieser hügeligen Kulisse bestechen durch ihre unglaublich gut erhaltene Architektur aus der spanischen Kolonialzeit, mit ihren weiß-gewaschenen Häusern und Holzbalkons.

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Nach kurzem Stopp in Bogota ging es auch schon weiter. Nach 2 stündigen Flug ist man auch schon mitten im Amazonasbecken in Leticia, der Grenzstadt Kolumbiensinn diesem Grenzgebiet zwischen Kolumbien, Brasilien und Peru. Hier kann man sich frei ohne Formalitäten zwischen den Orten bewegen und erst wenn man sich tiefer in eines der Länder bewegen möchte muss man von Büro zu Büro laufen um seine Aus- und Einreisestempel zu bekommen. Aber dieses bürokratische Abenteuer erwartet mich erst in einer Woche, den vorerst bleibe ich in Kolumbien und es geht noch nach Puerto Nariño, einem kleinen Dörfchen am Ufer des Amazonas 2 Bootstunden flussaufwärts.

Abgesehen davon dass ende Oktober in ganz Kolumbien mehrer Wahlen anstehen und jedes noch so kleine Doerfchen schwer vom hier sehr laut geführten Wahlkampf gezeichnet ist, so auch Puerto Nariño, ist hier nicht sehr viel los. Man merkt mittlerweile das die Regenzeit beginnt, den das Klima ist deutlich kuehler als noch im August und es vergeht kein Tag ohne einen oder mehrerer ordentlicher Gewitterregen. Doch die Sonne zwischendurch in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit sorgt immer noch dafür dass es auch ordentlich Schwül werden kann und der Schweiß in strömen rinnt.

Ich quartiere mich soweit wie möglich entfernt vom Stadtzentrum ein und genieße 1 Woche in diesem wunderschön gelegenen Cabañas mit eigenem kleinen Aussichtsturm über den Amazonas. Da der Inhaber der Cabañas an einem Auswilderungsprogramm für aufgegriffene Wildtiere teilnimmt, ist hier immer etwas los. Zur Zeit macht eine 3-er Bande Totenkopfäffchen und 3 Papageien die Anlage unsicher. Oft sind sie nicht vor Ort und irgendwo im Wald unterwegs doch spätestens wenn man in der Hängematte liegt oder Bananen bei sich hat sind sie sofort da und belagern einem permanent. Es war eine geniale Zeit diese, dem Menschen so ähnlichen Wesen, zu beobachten. Wie sie interagieren, sich als Bande gegen die Haus eigenen Hundewelpen verteidigen oder diese auch ärgern, oder wie sie mit den Papagein um die Bananen kämpften war sehr interessant zu beobachten. Aber auch diese Zeit war schnell um und mein letzter Tag in Kolumbien diente dazu, der Buerokratie genuege zu tun. Jetzt habe ich 2 neue Stempel in meinem Pass und somit steht einer Weiterreise morgen früh nach Iquitos in Peru nichts mehr im Wege außer 12 Stunden Speedbootfahren den Amazonas hinauf.

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© Konzeption, Screen-Design, Texte und Bilder: Markus Meissl